Mentalitätsunterschiede werden häufig unterschätzt

Die Globalisierung hat dazu geführt, dass international tätige Mitarbeiter auf allen Ebenen multinationaler Unternehmen schnell vernetzt sind. Wo früher von einem Mitarbeiter vor allem die Zusammenarbeit mit Kollegen aus dem eigenen Land erwartet wurde, sind heute viele Menschen in globalen Netzwerken mit weltweit verstreuten Menschen verbunden. Dennoch haben die meisten Manager wenig Verständnis dafür, wie sich die lokale Kultur auf die globale Interaktion auswirkt. Auch wer kulturell informiert ist, viel reist und im Ausland gelebt hat, hat oft nur wenige Strategien, um mit der interkulturellen Komplexität umzugehen, die die Effektivität seines Teams im Alltag beeinträchtigt. Die Culture Map bietet einen neuen Weg nach vorne mit wichtigen Erkenntnissen für eine effektive und sensible Zusammenarbeit mit seinen Kollegen auf dem neuen globalen Markt.

Ähnlich verhält sich diese Tatsache bei Übersetzungen. Man kann mittlerweile schon Übersetzungen durch den Computer machen lassen, aber sind diese in jeder Situation geeignet? Dafür bräuchte man eine hohe Intelligenz, damit Maschinen in kitzligen Situationen, die richtigen Worte finden. Unterschiedliche Kulturen haben eine unterschiedliche Schwellgrenze in verschieden Beurteilungskriterien. Dies kann man z.B. in Gegenüberstellungen sehen, die uns die Culture Map von Erin Meyer liefert!

Die großen Unterschiede

Kommunikation

Deutschland arbeitet in der Kommunikation mit Low Context, Russland arbeitet lieber mit einem High Context.

Geringer Kontext (Low Context)
Gute Kommunikation ist präzise, ​​einfach und klar. Botschaften werden zum Nennwert ausgedrückt und verstanden. Wiederholung ist erwünscht, wenn sie zur Klärung der Kommunikation beiträgt.

Hoher Kontext (High-Context)
Gute Kommunikation ist anspruchsvoll, nuanciert und vielschichtig. Nachrichten werden sowohl gesprochen als auch zwischen den Zeilen gelesen. Botschaften werden oft impliziert, aber nicht klar ausgedrückt.

Entscheidungen treffen (Deciding)

Russland arbeitet lieber mit einem Top Down Deciding, die Deutschen dagegen lieber consensual.

Einvernehmlich (Consensual)
Entscheidungen werden in Gruppen einstimmig getroffen.

Von oben nach unten (Top-down)
Entscheidungen werden von Einzelpersonen (meist der Chef) getroffen.

Vertrauen (Trusting)

Das Vertrauen wird in Russland in der Arbeitswelt sehr oft auf Beziehungen aufgebaut, die Deutschen dagegen bauen das Vertrauen Aufgabenbasiert auf.

Aufgabenbasiert (Task-based)
Vertrauen wird durch geschäftsbezogene Aktivitäten aufgebaut. Arbeitsbeziehungen werden auf der Grundlage der Praktikabilität der Situation leicht aufgebaut und abgebrochen. Du machst konstant gute Arbeit, bist zuverlässig, ich arbeite gerne mit dir zusammen, ich vertraue dir.

Beziehungsbasiert (Relationship-based)
Vertrauen entsteht durch das Teilen von E-Mails, abendlichen Getränken und Besuchen an der Kaffeemaschine. Arbeitsbeziehungen bauen sich auf Dauer langsam auf. Ich habe auf einer tiefen Ebene gesehen, wer Sie sind, ich habe persönliche Zeit mit Ihnen geteilt, ich kenne andere gut, die Ihnen vertrauen, ich vertraue Ihnen.

Termin- und Zeitplanung (Scheduling)

Die Russen lieben es in einem Flexiblen Zeitmanagment zu leben, die Deutschen dagegen wollen ihre Zeit linear und detailliert geplant haben.

Lineare Zeit (Linear-time)
Projektschritte werden sequenziell angegangen, wobei eine Aufgabe abgeschlossen wird, bevor die nächste begonnen wird. Eins nach dem Anderen. Keine Unterbrechungen. Der Fokus liegt auf der Deadline und der Einhaltung des Zeitplans. Der Schwerpunkt liegt auf Schnelligkeit und guter Organisation über Flexibilität.

Flexible Zeit (Flexible-time)
Projektschritte werden fließend angegangen, wobei sich die Aufgaben ändern, wenn sich Gelegenheiten ergeben. Viele Dinge werden auf einmal bearbeitet und Unterbrechungen akzeptiert. Der Fokus liegt auf Anpassungsfähigkeit und Flexibilität wird vor Organisation geschätzt.